Samstag, 8. Mai 2010

2666



2666 – ein Kosmos für sich! 
  
"Lesen ist wie denken, wie beten, wie mit einem Freund reden, wie seine Ideen darstellen, wie den Ideen der anderen lauschen, wie Musik hören (doch, doch), wie eine Landschaft betrachten, wie am Strand spazieren gehen." (Roberto Bolaño, 2666, Seite 317) 
    
Der verstorbene chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño schrieb mit 2666 einen wundervollen Roman, der den Leser in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. 
       
Jeder der fünf Teile des Buches erzählt mehrere Geschichten, versteckt in einer! Während der Leser im ersten Teil vier Literaturwissenschaftlern auf der Suche nach dem verschwundenen preußischen Schriftsteller und ihrem Idol Benno von Archimboldi folgt, lässt er sich im zweiten Teil von der Geschichte des Philosophieprofessoren Amalfitano, der ebenfalls Archimboldianer ist und den vier Literaturwissenschaftler bei der Suche nach ihrem Vorbild behilflich ist, begeistern. Doch dann wird er losgerissen, um sich dem dritten Teil hinzugeben, der von dem US-amerikanischen Journalisten Fate erzählt, der für eine Zeitung von einem Boxkampf in Mexiko berichtet. Aber auch hier verweilt der Leser nicht lange, denn im vierten Teil geht es um die spannende Geschichte einer Mordreihen an Frauen in der mexikanischen Stadt Santa Teresa. Und das große Finale, nämlich der fünfte Teil, reizt den Leser zum Lesen ohne Pause, denn hier wird das Rätsel um den Schriftsteller Benno von Archimboldi gelüftet.
   
Die Gemeinsamkeit in allen Teilen ist die Stadt Santa Teresa, die im Norden Mexikos, an der Grenze zu den USA, liegt. Die Literaturwissenschaftler reisen in die Stadt, da dort eine Spur von Archimboldi hinführt, Amalfitano lebt in Santa Teresa, der Boxkampf, über den Fate berichtet findet in Santa Teresa statt, der Frauenmörder verrichtet sein Werk in Santa Teresa und auch Archimboldi war in Santa Teresa. Santa Teresa, die Stadt des Grauens – so könnte man das Zentrum dieses Romans bezeichnen. Die Morde in dem Roman, die alle in Santa Teresa geschehen, gibt es wirklich, nämlich in der mexikanischen Stadt Ciuada Juárez, in der seit 1993 über 400 Frauen ermordet wurden! 
    
Daher ist Bolaños Meisterwerk mehr als eine spannende und fesselnde Geschichte, sondern eine wahre, und keine idealisierte, Momentaufnahme der Welt - mit all ihren lauernden Gefahren und Abgründen! Aber auch die Menschen des 20. Jahrhunderts werden in seinem monumentalen, 1093 Seiten umfassenden Werk skizziert.
    
Bolaño versteht es wie kein zweiter, seine Leser zu fesseln und zu begeistern! Mit seinen spannenden Geschichten hält er den Leser dazu an, weiterzulesen – ohne Pause. Die tolle Sprache, die komplexen Sätze und wunderbaren Charaktere sind eine Bereicherung für die Literatur.
    
Mit seinem Vermächtnis „2666“ ist Bolaños größter Traum in Erfüllung gegangen: „Ich schreibe, weil ich geliebt werden und mich in der Unsterblichkeit verlieren will.“ Kaufen Sie sich dieses Buch und lassen Sie sich begeistern und mitreißen

Kommentare:

  1. Ich bin immernoch nciht damit durch. Ich habe es erst mal wieder zur Zeite gelegt und hoffe auf ruhigere Lesetag :-)

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  2. @Karin: Ruhige Lesetage sind wichtig, um das Buch in seiner ganzen Spannweite zu verstehen! Es sit in keinem Fall ein Buch für nebenbei :)

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